Fluffiger Hefezopf mit Mohnfüllung und Eierlikör-Nuss-Schokoladenfüllung (Osterzopf)

Es war nicht immer leicht zwischen uns, es gab gute und schlechte Zeiten, mal lief es besser und an manchen Tagen haben wir überhaupt nicht zueinander gefunden. Meinerseits wurde es zur Hassliebe und jeder weitere Versuch fiel mir schwer… Wovon ich hier spreche? Das „Verhältnis“ zwischen HEFE und mir 🙂 Es klingt hart, aber bis vor Kurzem hat mich wirklich eine Hassliebe mit Hefeteig verbunden, denn eigentlich liebe ich Gebäcke und Kuchen, die aus Hefe gemacht sind – Franzbrötchen, Zimtschnecken, Brötchen, Streuselkuchen vom Blech und wie sie alle heißen.

Nun ist es wie es ist und auch als Hobbybäcker führt kein Weg an einem guten Hefeteig vorbei. Nach einigen gescheiterten Versuchen eines fluffigen Blechkuchens mit Streuseln habe ich mich vor ein paar Jahren dann an meinen ersten geflochtenen Hefezopf zu Ostern gewagt, das sah bei allen auf den Fotos immer so easy aus – ja was soll ich sagen… Flechten kann ich! Ne im Ernst, man hätte ihn genauso gut als Baseballschläger verwenden können 🙂 Auch im Folgejahr wurde es nicht besser (meinem zwischenzeitlichen Versuch vernünftige Berliner zu machen, lasse ich jetzt mal außen vor). Meine folgenden Zimtschnecken und Blechkuchen waren immer ganz lecker und essbar, aber so richtig aufgehen wollte mein Teig nicht. Mh, aber ich habe nicht aufgegeben.

Letztes Jahr an Ostern habe ich mich dann nicht an einem Zopf, sondern an einem Hefekranz, versucht und was soll ich sagen – es hat geklappt! Wuhu, mein erster fluffiger und super aufgegangener Hefeteig, der essbar und nicht hammerhart war. Ich will ja nicht übertreiben, aber es war wirklich mein „Durchbruch“ und somit war wohl das Eis zwischen uns gebrochen 🙂

Aber was habe ich falsch gemacht, ist es wirklich so schwer einen guten Hefeteig hinzubekommen? Im Nachhinein kann ich sagen: NEIN! Es waren alles „Anfängerfehler“ die ich gemacht habe und waren wohl Unaufmerksamkeit und Schnelligkeit geschuldet. Das ist jetzt hier kein ultimativer Guide für Hefe, aber ich fasse mal die drei wichtigsten Tipps zusammen, die mir geholfen haben –

  1. Wenn ihr die Hefe in Milch auflöst, die Milch bloß nicht zu heiß werden lassen! Es reicht wirklich, wenn sie leicht lauwarm ist. Heiße, gar kochende Milch, „tötet“ die Hefe. Ein Vorteig, wie in meinem Rezept, gibt der Hefe einen „extra Kick“.
  2. In manchen Rezepten steht, dass man die Hefe gemeinsam mit der Butter in der Milch auflösen soll – MACHT DAS NICHT! Die Butter kann sich um die Hefe legen und hindert sie am aufgehen. Ein Tipp von meinem Onkel, einem ehemaligen Bäcker.
  3. Die Gehzeiten unbedingt einhalten. Hefe braucht Zeit um sich zu entfalten, als haltet die Gehzeiten möglichst ein und lasst dem Teig viel Zeit. Auch nach dem Verarbeiten (z.B. Flechten) muss er nochmal gehen, also vor dem Backen.

Hefezopf mit Mohnfüllung und Eierlikör-Nuss-Schokofüllung

Ein klassisch geflochtener Hefeteig mit zweierlei Füllung und sehr fluffig - perfekt für Ostern!

Portionen 1 Zopf / Blech

Zutaten

Hefeteig

  • 750 g Mehl
  • 300 ml Milch
  • 1 Würfel Hefe
  • 150 g Zucker
  • 100 g weiche Butter
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz großzügig

Mohnfüllung

  • 50 ml Milch
  • 25 g Zucker
  • 1 Pk. Vanillezucker
  • 15 g Butter
  • 50 g gemahlener Mohn

Eierlikör-Nuss-Schokofüllung

  • 1 Eiweiß
  • 1 Prise Salz
  • 50 ml Eierlikör
  • 50 g gemahlene Haselnüsse
  • 50 g gehackte Mandeln
  • 50 g Schokoladenstreusel oder Schokodrops

Fertigstellung

  • 1 Eigelb
  • etwas Milch

Anleitungen

  1. Für den Hefeteig wird zunächst ein kleiner "Vorteig" gemacht, das gibt der Hefe einen kleinen Kick. Dazu die Milch leicht erwärmen (nur lauwarm, nicht zu heiß!) und die Hefe darin auflösen. Nun 100g des Mehl dazugeben und alles vorsichtig verrühren. Den Vorteig zugedeckt an einem warmen Ort ca. 15 min gehen lassen bis er leicht Blasen wirft.

  2. Nun das restliche Mehl und alle anderen Zutaten in eine große Schüssel geben. Den Vorteig nun dazugeben und alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder den Händen zu einem geschmeidigen Hefeteig verkneten. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort mindestens 1 Stunde gehen lassen bis er sein Volumen verdoppelt hat.

  3. Inzwischen die Füllugen vorbereiten. Für die Mohnfüllung die Milch mit Butter, Zucker und Vanillezucker in einem Topf zum Kochen bringen (gut rühren!) und dann den Mohn einrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Bis zur Weiterverarbeitung kalt stellen.

  4. Für die Eierlikör-Nuss-Schokofüllung zuerst das Eiweiß mit dem Salz steif schlagen (das Eigelb für später zur Seite stellen). Dann vorsichtig den Eierlikör unterrühren und dann die Nüsse und Schokodrops unterheben. Bis zur Weiterverarbeitung kalt stellen. Nicht vergessen nebenbei ein Likörchen zu trinken 🙂

  5. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Den Teig noch einmal durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem ca. 50x50cm großen Quadrat ausrollen. Den Teig nun quer in 3 gleichgroße Streifen schneiden. Auf jedem Streifen nun eine der Füllungen verstreichen, dabei an den Rändern ca. 1-2 cm Platz lassen. Ich habe zwei mit der Eierlikör und eine mit Mohn bestrichen, aber das könnt ihr machen wie ihr mögt. Die Streifen nun jeweils von der langen Seite her aufrollen und an der Naht gut verschließen, ich habe sie am Ende etwas mit den Fingern zugekniffen. Auch an den Enden gut verschließen.

  6. Die drei Rollen auf das Blech legen, die Naht der einzelnen Stränge sollte dabei unten liegen. Vorsichtig "flechten" bzw. legen, die Stränge dabei bitte nicht ziehen, das mag die Hefe nicht 🙂 Die Enden leicht zusammendrücken und "unterheben" bzw. etwas unter dem Zopf befestigen. Mit einem Tuch abdecken und nochmals 20 min gehen lassen. Den Backofen auf 170 Grad Umluft vorheizen.

  7. Das Eigelb mit etwas Milch mischen und den Zopf damit einstreichen und dann im Backofen ca. 30 Minuten goldbraun backen. Wenn der Zopf euch vorher schon zu dunkel wird, deckt ihn mit Backpapier ab. Den Zopf herausnehmen, noch warm ein Stück genießen und ihn dann auskühlen lassen.

  8. Wenn ihr nur eine der Füllungen nehmen wollt, verdoppelt einfach die jeweilige Menge und ihre könnt alle drei Stränge damit füllen.

Am allerbesten schmeckt der Hefezopf mir warm, frisch aus dem Ofen. Mit etwas Butter und fruchtiger Marmelade ist er beim Sonntagsbrunch ein wahrer Genuss!

 

Vorletze Woche habe abends dann „Das große Promibacken 2018“ im TV gesehen und die technische Prüfung für die Promis bestand darin, einen klassischen Hefezopf mit Füllung zu backen. Fast alle haben da wirklich perfekte Zöpfe hingelegt und ich dachte, was die können, kann ich auch 🙂 Als Christian Hümbs dann ein noch warmes Stück Teig von einem Zopf abgerissen hat, ist mir soooo das Wasser im Mund zusammengelaufen… Das wollte ich auch!

Gesagt, getan – endlich ist mir ein für mich perfekter und fluffiger Hefezopf gelungen und er hat sogar zwei verschiedene Füllungen. Ich kann euch nur empfehlen, viel Geduld und Liebe reinzustecken, nebenbei den ein oder anderen Eierlikör zu trinken und noch warm ein Stück zu essen, dann ist das Glück perfekt! Die Marillen-Tonka Marmelade auf dem Bild habe ich übrigens letztes Jahr eingekocht und das Rezept bekommt ihr diesen Sommer.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich? Berichtet mir gerne! Was mache ich als nächstes – Franzbrötchen, Streuselkuchen oder Zupfbrot? Was meint ihr?

Zuckersüße Grüße,
Anne ♥

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